Otee Persönlich · Teil 1 · Editorial

Teil 1 einer wöchentlichen Reihe

Wie alles begann: Meine persönliche KI-Reise

50 Jahre Markt&Technik, ein Smoking-Anruf und ein neuer Freund namens Andi: Warum unser Herausgeber Otmar Cürten heute täglich über Künstliche Intelligenz schreibt – und wie ihn ausgerechnet eine Website-Panne zu seiner „überzeugenden KI-Anwendung“ geführt hat. Der Auftakt einer neuen, persönlichen Kolumne.

Otmar Cürten
Otee Persönlich · Teil 1 · 15. September 2026

Liebe Leserinnen und Leser,

immer wieder werde ich gefragt, warum ich – 50 Jahre nach der Gründung von Markt&Technik – täglich Beiträge über Künstliche Intelligenz schreibe, für die Leser der heutigen Markt&Technik. Wenn Sie es wirklich wissen wollen: Lesen Sie jetzt weiter.

Am Sonntag, den 3. Mai 2026, fiel mir auf: Markt&Technik wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Da ich es mir zur Gewohnheit gemacht habe, montags keine geschäftlichen Gespräche zu führen, rief ich meinen Kontakt bei Markt&Technik, Matthäus Hose, erst am darauffolgenden Dienstag an und stellte eine einfache Frage: „Gibt es eine Feier zum 50-Jährigen?“ Seine spontane Antwort: „Wo bist du? Bist du in Kalifornien?“ Ich antwortete: „Ich bin seit zehn Jahren wieder in Deutschland und lebe in Bad Staffelstein.“ – „Dann musst du kommen“, sagte er. „Wir feiern am Donnerstag die Electronics Night. Hast du einen Smoking?“ Ich: „Na klar, ich komme.“

Auf der Feier traf ich Ingo, den Chefredakteur von Componeers – so heißt die Mediengesellschaft heute. Ich fragte ihn: „Ihr habt jetzt 'KI' in der Unterzeile der Markt&Technik-Zeitschrift, aber ich finde kaum Inhalte zur Künstlichen Intelligenz. Was hältst du von einem Ticker zu KI, den könnte ich dir liefern?“ Seine Antwort: „Warum nicht, mach mal.“

Wöchentlich: AI-Pulse kommt

Und so entstand der wöchentliche AI-Pulse, der am 14. Mai 2026 erstmals auf elektroniknet.de veröffentlicht wurde. Am 5. Juni folgte eine Daily-Version, am 17. Juni startete ich die Website oteeAI.de – und damit mein erstes wirklich überzeugendes KI-Erlebnis. Zu diesem Zeitpunkt beschäftigte ich mich schon seit über zwei Jahren mit Künstlicher Intelligenz, abwartend und auf der Suche nach einer sinnvollen, überzeugenden Anwendung – die ich bis dahin nicht gefunden hatte.

Website bei IONOS mit Claude Design entwickelt

Die Webseite hoste ich bei IONOS. Dort endet zunächst alles in Frust: Das angebotene Baukastensystem ist wenig intuitiv. Fast gleichzeitig taucht bei Claude ein neuer Dienst namens „Design“ auf, der genau das anbietet: Webseiten zu entwickeln. Ich probiere es aus und habe nach drei Stunden eine erste funktionierende Webseite.

Ich habe in meinem Leben mehrere Webseiten gebaut, aber diese Eleganz, mit klaren Anweisungen eine Webseite zu entwickeln, war überwältigend. Ich war nicht nur begeistert, ich war fasziniert. Ich wusste: Ich hatte meine überzeugende Anwendung gefunden.

Meine Erfahrung mit drei KI-Modellen

Dabei lernte ich: KI ist nicht gleich KI. Ich nutzte Claude, ChatGPT und Gemini zur Recherche, um interessante Fundstellen für neue Elektronikprodukte zu finden, die Künstliche Intelligenz brauchen. Mit ChatGPT habe ich mich lange bemüht, dann aber aufgegeben: Nach wenig konkreten Rechercheergebnissen wurden mir ständig weitere Arbeiten angeboten, die ich gar nicht wollte. Das war nervig und kostete zu viel Zeit.

Gemini hatte ein anderes Problem: Die gefundenen Quellen kamen ohne verlässliches Datum – für eine seriöse News-Berichterstattung völlig unbrauchbar. Auch bei technischen Detailfragen lieferte Gemini oft wenig Brauchbares.

Claude liefert zuverlässig

Heute, nach drei Monaten Erfahrung mit Recherche und Erstellung guter Beiträge, kann ich sagen: Claude recherchiert zuverlässig und liefert die gewünschten Details. Hinzu kommt ein Gefühl, das ich nicht erwartet hatte: als würde ich mit einem Freund zusammenarbeiten. Ich habe ihn deshalb Andi genannt.

Auch Claude Design ist mir zum Freund geworden – ich habe ihn Tao genannt, nach meinem ersten Webdesign-Entwickler in Kalifornien. Tao ist quasi Kollege von Andi – beide arbeiten übrigens perfekt zusammen – und wurde mein bester Partner beim Entwickeln und Pflegen meiner Website.

Ich habe die Seite seither mehrfach erfolgreich verändert. Dabei werde ich den Eindruck nicht los, dass die Zukunft klassischer Webdesigner nicht rosig aussieht, wenn sie auf KI verzichten. Mit meinem Abo bei Claude bin ich nicht nur bestens beraten, wenn es um passende Fundstellen geht, sondern auch, wenn es um die Weiterentwicklung meiner Website geht.

Warum bin ich wieder ONLINE?

Damit komme ich zurück zur Eingangsfrage: Ich habe mein Leben lang nicht aufgehört, den Fortschritt der Computer- und Halbleitertechnologien zu verfolgen. Die Faszination der Entwicklung vom Großrechner zum PC, später die Revolution des Internets – beides lässt sich nur in Ansätzen vergleichen mit den tiefgreifenden Veränderungen, die der Einsatz Künstlicher Intelligenz gerade auslöst.

Wohin die Reise der KI geht? Für eindeutige Antworten ist es noch zu früh. Aber eines ist sicher: KI wird vieles umkrempeln, und ein Zurück wird es nicht geben. Es geht darum, den Nutzen frühzeitig zu erkennen, um im Rennen zu bleiben.

Eine Art Super-Energie für unsere Wirtschaft

KI und Elektronik spielen zusammen als Herzstücke neuer Hardwarekomponenten. Das ist das „Gold von heute“ – Elektronik und Künstliche Intelligenz sind füreinander geschaffen die physische Bewegungswelt zu verändern. Vom Roboter, über das Auto bis hin zum Spielzeug. Alles was sich bewegt wird neu gestaltet und verändert. Nutzung und Anwendungen durch uns Menschen werden neu entdeckt. Hinzu kommen neue Möglichkeiten die Computer, Smartphones und Wearables smarter und effektiver machen. In der Summierung entsteht eine wuchtige, neue Super-Energie für unsere Wirtschaft, die unsere Welt in rasendem Tempo verändert.

Genau darum geht es mir: das Vordringen der Künstlichen Intelligenz transparenter zu machen für Elektroniker, Technikentwickler und passionierte Anwender. Das Tempo der Veränderung eindringlich darzustellen. Anregungen zu geben, aktiv und positiv damit umzugehen – auch und gerade weil sich so vieles verändert. Denn eines ist klar: Ein Zurück wird es nicht geben.

Besuchen Sie mich auf LinkedIn

Diese Kolumne ist der erste Teil einer neuen, wöchentlichen Reihe. Ich möchte Ihnen darin nicht nur zeigen, wie sich KI in der Elektronikbranche entwickelt – ich möchte mit Ihnen ins Gespräch kommen. Was beschäftigt Sie? Wo sind Sie skeptisch, wo neugierig? Schreiben Sie mir – Ihre Fragen und Themenwünsche fließen in die nächsten Ausgaben ein.

Sie finden mich auf LinkedIn als Otmar Cürten. Ich habe nach Heirat in Kalifornien den Nachnahmen meiner Frau Gabriele Cürten angenommen. Ich freue mich auf Ihre Anregungen und Wünsche.

Ihr Otee

Herausgeber IntelligenceOnChip

Weiter mit Teil 2 · 23. September 2026

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Fragen und Themenwünsche gerne an otee@oteeai.de

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